Blogging und Instagram Tipps

Die Schattenseiten der Blogger-Branche

Der Blogger und Influencer Beruf ist wohl einer der verrufensten der letzten Jahre. Faule, narzisstische Frauen und Männer, die den ganzen tag nichts anderes tun als zu faulenzen, sich die Nägel machen lassen und zum Yoga gehen. Ab und zu gehts in ein fancy Lokal auf eine Acai-Bowl oder Sushi. Dann wird schnell ein Foto für Instagram geknipst und schon ist die Existenz für diesen Monat gesichert. Blödsinn und überspitzt – klar. Mittlerweile weiß man, dass der Hase nur in den seltensten Fällen so läuft. Das musste ich auch auf die harte Tour lernen. Die Wahrheit ist, dass der Großteil der Blogger und Influencer wirklich viel Zeit in den eigenen Account stecken. Vor allem Anfangs, wenn man nicht durch einen anderen Weg „berühmt“ wurde.

#effortless oder doch eher Gleichgültigkeit?

Oft frage ich mich dann wieso andere Blogger so erfolgreich sind. Manche waren einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort, andere haben wirklich tolle Ideen und man merkt wie viel Arbeit hinter jedem einzelnen Posting steckt. Manche hatten eben einfach Glück. Und wieder andere bekamen einmal einen riesigen Push oder haben ihre Nische gefunden und leben dann damit und alles was sie posten kommt gut an. Was mich aber an letzteres genannten Bloggern stört, ist die Tatsache, dass sie wissen, dass es komplett egal ist was sie posten. Ein Spiegelselfie im Flur vorm Termin, ein schnelles Handy-Foto irgendwo oder ein Selbstauslöser Foto bei dem noch der Abwasch im Waschbecken steht. Sie geben sich einfach keine Mühe mehr. Ihnen ist es absolut egal, ob ihre Postings Mehrwert haben oder sie ein schönes Wording für ihre Kooperationen benutzen. Es ist ihnen schlichtweg „Wurscht“. Sie wissen, dass ihre Follower alles liken oder kommentieren. Klar, gut für sie, aber ihnen ist oft nicht bewusst, wie sehr sie der Branche und ihren Kollegen damit schaden. Sie werfen ein schlechtes Licht auf jeden einzelnen Blogger der sich Mühe gibt und Zeit und Geld in seine Postings investiert.

Copy/Paste

Was aber die ärgste Dreistigkeit und Ungerechtigkeit in der Branche ist, ist das Kopieren. Versteht mich nicht falsch, jeder lässt sich inspirieren oder entdeckt Postings bei denen man sich denkt „Cool! Will ich auch machen!“ Voll OK! Aber, gebt den Leuten Credit! Ich erlebe es fast jeden Tag, wie kleine Creator von großen Bloggern schamlos kopiert und nachgemacht werden. Versetzt euch einmal da hinein. Ihr habt ein paar Tausend Follower, überlegt euch für jedes Posting etwas, plant manche Bilder womöglich stundenlang bis ins kleinste Detail, nur um dann von einem viel größeren Influencer kopiert zu werden, der dann wahrscheinlich 100 Mal so viel Reichweite bekommt. Für eure Arbeit. So etwas macht mich nicht nur unglaublich wütend, sondern bricht mir das Herz. Ich kenne so viele Blogger, die wirklich viel zeit in ihren Account stecken. Zu sehen, wie diese dann einfach schamlos kopiert werden macht mich einfach nur traurig. Aber Karma findet jeden und ich bin der festen Überzeugung, dass es vor allem solche Influencer trifft.

Fotos by Lisa Maria Reiter (http://mycafeaulait.at)
Eine Hand wäscht die andere – oder so.

Als Influencer ist man oft auf die Hilfe von anderen angewiesen. Wer nicht mit einem „Instagram-Husband“ gesegnet ist, sucht sich am besten andere Blogger Freunde, mit denen man gemeinsam Fotos machen kann. Das ist nicht nur profitable, sondern auch eigentlich eine sehr schöne Sache. Zumindest so lange, bis ein Blogger beginnt den anderen für die eigenen Zwecke auszunutzen. Ja, das passiert. Vor allem wenn der eine Blogger in etwas sehr gut ist, wird dieser immer wieder gerne einzig für die eigenen Zwecke „missbraucht“. Da baucht man halt eben ein Foto für eine Kooperation und schwupp ist leider keine Zeit mehr für den anderen und besser Bedürfnisse übrig. Oder man kennt sich mit einem Program besser aus und ehe man sich versieht, ist man der persönliche Grafikdesigner eines Influencers. Und das für lau, obwohl sich der Blogger wahrscheinlich einfach einen Grafiker leisten könnte. Solche Dinge finde ich nicht nur ungerecht, sondern auch extrem respektlos. So ein Verhalten ist extrem abwertend gegenüber der anderen Person und deren Fähigkeiten.

Fake it ‚till you make it

Es ist kein Geheimnis, dass viele Blogger Follower kaufen oder gekauft haben. Oft mal sieht man das ganz einfach, vor allem wenn die Blogger von Anfang an viele Follower gekauft haben, und zwar wenn diesen „Bloggern“ niemand bekanntest folgt. Keine Blogger aus der selben Stadt oder Land. Auch ein extrem schnelles schnelles Wachstum ist ein gutes Indiz darauf, dass jemand ein wenig „nachgeholfen“ hat. Denn mittlerweile wächst man nicht mehr so einfach extrem viel über Nacht. Aber am eindeutigsten sind die „Follower“ selbst. Accounts mit keinem richtigen Namen, sondern mit Zahlen- oder Buchstaben-Kombinationen, aber auch viele Accounts aus einem Land fernab der Demographie des Accounts weist leicht auf gekaufte Follower hin. Eine sehr niedrige Like to Follow Ration kann auch ein Hinweis sein, obwohl ich mich darauf nicht verlassen würde. Weniger Likes können nämlich auch einen ganz anderen Ursprung haben. In vielen Fällen sind diese Influencer nicht besonders erfolgreich, da Firmen mittlerweile immer öfter auf Insights und andere Indikatoren schauen. Es gibt sie aber, erfolgreiche Blogger die sich ihre Reichweite mehr oder weniger gekauft haben. Das problematische an ihnen? Streng genommen ist das Kaufen von Abonnenten Betrug. Man gaukelt Firmen eine gewisse Reichweite vor, die gar nicht vorhanden ist.

Die Sache mit dem Geld

Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass man mit Instagram und co. Geld verdienen kann. Wenn man es richtig anstellt sogar richtig gut. Und das ist auch richtig so. Immerhin kostet normale Werbung genauso Geld, egal ob online oder Print – Werbung ist eine Ware und hat deshalb auch ihren Preis. Das Problem im Social Media Marketing ist, dass die Branche noch so jung ist, sodass es noch keine wirklichen Richtpreise gibt. Firmen nutzen das und oft einmal das fehlende Wissen mancher Influencer aus, um billig an Werbeflächen zu kommen. Auch die große Menge an Bloggern macht es den Firmen recht einfach das billigste Angebot zu bekommen. Sagt ein Blogger ab oder ist der Firma zu teuer, sucht sie sich einfach einen anderen. So sitzt das Unternehmen meistens am längeren Hebel. Deshalb verkaufen sich Influencer oft einmal unter ihrem eigentlichen Wert. Natürlich gibt es aber auch Firmen, die wissen, was gutes Influencer Marketing wert ist. Viele haben auch schon eigene Abteilungen oder Berater genau dafür, sowas erleichtert einem die Arbeit immens.

Bussi links, Bussi rechts

Etwas, womit ich mich niemals so recht anfreunden werde, ist das immer freundlich sein. Nein, man mag nicht jede Person in der Branche. Ist ja auch in anderen Bereichen nicht so. Da man aber nicht als Zicke oder „schwierig“ abgestempelt werden möchte, bleibt man einfach freundlich. Zu jedem. Immer. Das kann schon mal anstrengend werden. Besonders in einer Branche, in der es so viel Konkurrenzkampf gibt. Es ist aber nicht so schlimm wie man oft denkt. Im Normalfall versteht man sich mit fast jedem, richtigen „Beef“ gibt es eher selten, auch „Hate“ zwischen Bloggern ist eher unüblichen – immerhin sitzen wir ja alle im selben Boot. Man ist einfach nicht mit jedem „Best Friends“ und das ist auch ok so, immerhin sind wir ja alles nur Menschen und die sind eben verschieden.

Alles in allem kann man sagen, dass es schon einige Dinge gibt, die einen als Blogger oft mal ein bisschen am Nerv gehen. Trotzdem überwiegen die schönen Seiten: Das Kreativ-sein, die Menschen und Freunde die man findet, natürlich auch Events, sowie viele andere Dinge. Aber man sollte auch immer wieder betonen, dass auch diese Welt nicht perfekt ist, sondern viele Ecken und Kanten hat, die man vielleicht von Außen nicht wirklich bemerkt.

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Ein Kommentar

  • Micha

    Schöner Beitrag und am Puls der Zeit. Du sprichst das aus, was sich wahrscheinlich viele denken. Ich selbst finde es besonders schade, dass der Szene eine gewisse Leichtigkeit abhanden gekommen ist. Schließlich sollte es Spaß machen und authentisch sein. Außer man betreibt es wirklich als knallhartes Business.

    Liebe Grüße Micha

    _______________________________________________________
    http://www.michaslifestyle.at

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